Aperture 2 – zweite Eindrücke

Seit Aperture 2 veröffentlicht wurde, habe ich es nur kurz angetestet. Am letzten Sonntag hab ich es dann (endlich) richtig genutzt. Ich war am Tag zuvor an der PolyParty und habe dort die Konzerte fotografiert. Zurück zu Hause wurden dann zuerst alle 1’000 geschossenen Bilder ins Aperture importiert. Schon hier stellte ich fest, irgendwie schneller das ganze.

Sichtung

Beim sichten der Bilder, gab es mir langsam aber sicher das Gefühl: “Man ist das schnell”. Ich fotografiere ja nur noch in RAW, aber Aperture zeigt die Bilder in der Fullscreen Ansicht ohne eine Verzögerung an. Man kann so schnell wie man will auf den Pfeiltasten rumhämmern und es zeigt dir das Bild noch im gleichen Moment. Natürlich nicht in der höchst aufgelösten Ansicht, doch in einer reduzierten Version mit der man schon sehr gut die Bilder vom Spreu trennen kann. Bei Aperture 1,5 ging das auch, nur war es da ein Tick langsamer und vor allem bei sehr schnellen Wechseln kam es nicht mehr hinterher.
Wenn wir gerade von Vorschaubildern sprechen. Aperture erstellt Miniaturbilder für die Rasteransicht. Diese werden neu direkt während dem Importieren generiert. Bei Aperture 1,5 wurden zuerst alle Bilder importiert und danach Vorschaubilder erstellt, jetzt werden immer ca. 5 Bilder importiert und dann gleich die Vorschaubilder generiert. So sieht man schon früher was für Bilder man importiert.
Hier stosse ich auf eine weitere Verbesserung die mir aufgefallen ist. Wollte man bei Aperture 1,5 einen Ordner mit über 1’000 Bilder ansehen, lud der sich zuerst für alle Bilder die Miniaturen aus der Datenbank und freezte so lange bis alle geladen waren. Man konnte sie zwar dann schnell anschauen, doch das vorausgehende Warten nervte. Heute werden die Miniaturen erst geladen, wenn man sie auch wirklich ansehen will. Heisst, dass wenn ich nur 20 Bilder in der Rasteransicht sehe, lädt er mir nur diese Bilder, das geht ratzfatz und man kann mit diesen Bildern anfangen was man auch will. Beginnt man nun zu scrollen, lädt er immer gerade die kommenden Bilder nach und dies nicht gerade langsam. Dies hat den Vorteil, dass wenn ich nur schnell auf ein Projekt klicke um zu sehen was denn für Bilder drin sind, ich diese Ansicht innerhalb von einigen Zehntelssekunden habe, wo ich früher lange darauf warten musste.

Bearbeitung

Nun aber zurück zu meinen gemachten Bildern. Wie immer sehe ich mir zuerst alle Bilder an und vergebe Sternchen. Dann wird nach höheren Sternchen gefiltert eventuel nochmals geändert und dann die ausgewälten Bilder bearbeitet. Beim bearbeiten gibt es wieder ein Neuerung, wie könnte es anders sein, sie ist schneller! Bei einigen Tools sogar viel schneller, so ist mir zum Beispiel die Farbtemperaturänderung aufgefallen, welche bei allen bearbeiteten Bilder nie auf sich warten lies und jede noch so kleinen Änderung sofort auf dem Bild anwandte.
An die neue super Funktion, dass ich die Projekte über das Hud auswählen kann, muss ich mich noch gewönnen. Immer wieder ertappe ich mich, nachdem ich das letzte Bild eines Projektes bearbeitet habe, wie ich auf die Fullscreen Taste komme um ein anderes Projekt zu bearbeiten, anstatt das Projekt direkt im Hud auszuwählen. Das Hud selber hat sich nicht stark geändert, ein paar andere Icons und eine kleine andere Abfolge der Tools, aber an die gewöhnt man sich schnell.


Das “alte” Hud mit neuen Möglichkeiten

Noch schnell zur Frage von Mascha aus dem vorherigen Post. Wie ich bis jetzt jedenfalls nicht herausgefunden habe, kann man keine “Standart” Editierungen an allen Bildern vornehmen. Dass zum Beispiel jedes Bild auf Graustufen getrimmt wird. Wenn man aber trotzdem so was machen will, gehe ich immer so vor:
Auf dem ersten Bild wende ich die gewünschten Bearbeitungen an. Und wähle danach im Menü unter die Funktion Metadaten->”Anpassungen extrahieren”, dabei geht eine kleine Schwebepalette auf, bei der man alle Anpassungen sieht, welche man bis zu diesem Zeitpunkt vorgenommen hat. Da lösche isch die Anpassungen raus die ich nicht auf allen Bildern haben will, wähle dann alle gewünschten Bilder aus und klicke auf “Für ausgewählte Bilder übernehmen”. Damit werden alle ausgewählten Anpassungen auf die ausgewählten Bilder angewendet. So muss ich nur noch die Bilder durchsehen und gegebenenfalls kleine Änderungen an der Anpassung vornehmen.

Kleiner Nachtrag: Es ist also doch möglich, Standart Anpassungen zu definieren: http://www.oreillynet.com/digitalmedia/blog/2007/01/how_to_set_default_controls_in_1.html. Ich habs aber nicht getestet.

Export

Unsere Bilder sind nun bearbeitet und fertig zum Export. Hier kommen zwei meiner Lieblingsänderungen zum Spiel. Die Erste passiert vor dem eigentlichen Exportieren, beim definieren der Dateinamen. Ich benenne meine Bilder meistens in dieser Form: 20080923_<projektname>_<fortlaufende nummer>. In Aperture kann man dafür super Templates definieren, doch die fortlaufende Nummer wird nicht zurückgesetzt. So musste ich bei jedem Export jedesmal das Template ändern und wieder definieren, dass die Nummerierung bei “1″ beginnen soll. Nun gibt es eine Funktion dafür, sie befindet sich nebem dem “Format des Namens” DropDown Menü und besteht aus einem kleinen simplen “Zurück”-Pfeil, welcher nicht mal einen Hovertipp besitzt, mir aber viel Arbeit abnehmen wird. Dieser Pfeil setzt einfach den Zähler wieder auf 1 zurück.


Klein aber fein, der Pfeil

Nach dem Klicken auf “exportieren” kommt meine zweite Lieblingsneuerung: Hintergrundaktionen. Eigentlich ganz einfach und bei Lightroom schon gaaanz lange eingebaut und jetzt endlich da, dass die Bilder im Hintergrund exportiert werden und man während dem weiter arbeiten oder neue Exports starten kann. Hier leider auch ein Wermutstropfen, denn die Export Jobs werden nicht nacheinander sondern miteinander ausgeführt. So sind meistens alle Jobs gleichzeitig fertig, ich würde es aber begrüssen, wenn zum Beispiel drei Export-Jobs gleichzeitig ablaufen würden, denn so nehmen sie sich nicht gegeneinander die Ressourcen weg und ich kann mit den fertig exportierten Bildern anderes anfangen.


Aperture unter Stress

Etwas weiteres, was ich gerne geändert haben möchte, ich aber weiss, dass es die Zeit bringen wird. Ist der Export nach Gallery2, meiner Gallery hier auf der Seite. Da dieses Export-Script noch für Aperture 1,5 geschrieben ist, funktioniert es zwar glücklicherweise bei Aperture2, doch unterstützt es nicht die Möglichkeit mehrere Export-Jobs gleichzeitig zu starten. Es läuft zwar im Hintergrund ab, so dass man weiter arbeiten kann, doch es gibt leider auch keinen Status oder eine Meldung von sich, wenn der Export fertig ist. Aber wie gesagt, die Zeit wird neue PlugIn’s bringen, welche die neue Version von Aperture unterstützen.

Alles danach

Die Bilder sind nun exportiert, geht es ans beenden von Aperture. Auch hier hat sich einiges getan, so ging es früher ohne Probleme mehrere Minuten, bis das Programm endlich geschlossen wurde und ich habe es, mit viel Angst um meine Datenbank, ab und zu abgeschossen. Mit der neusten Version geht das schliessen und auch das öffnen, wie man es eigentlich erwartet, schnell und ohne Probleme.

Fazit

Das Fazit ist eigentlich ganz einfach: Ich bin begeistert. Es gibt zwar noch einige Dinge die verbessert werden können und auch sicher werden. Aber ich freue mich auf die OpenAir Saison, bei dem Aperture wirklich zeigen kann was in ihm steckt. Was mich noch Wunder nimmt, wie sich mein neues MacBook Pro auf die Performance von Aperture auswirkt. Denn zurzeit besitzt mein Generation 3 MacBook Pro 128 MB Grafik Ram. Das neue der Generation 4 wird 512 MB Grafik Ram besitzten. Nun denkt ihr vieleicht, was hat Aperture mit Grafik Ram zu tun. Nun ganz einfach, anscheinend werden alle Anpassungen der Bilder über das CoreImage Framework von Mac OS X ausgeführt und dieses Framework benutzt hauptsächlich die Grafikkarte um die Bilder zu rendern. In einigen Tagen wird es bei mir sein und ich werde euch natürlich darüber berichten.


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